TuS Halver: Kampfabstimmung um Vorsitz

Halver - Am Ende blieb beim TuS Halver alles beim Alten. Doch während der rund dreistündigen Jahreshauptversammlung im Kulturbahnhof gab es unter den 45 Mitgliedern dennoch eine Menge Zündstoff.
presse baankreis 18042013
Im Mittelpunkt aller Diskussionen stand dabei die Wahl des ersten Vorsitzenden, zu der neben Amtsinhaber Georg Bischofs auch Michael Jürgensmeyer, bis vergangenen Sommer Leiter der Fußballabteilung des TuS, zur Wahl stand. Für hitzige Diskussionen sorgten aber weniger die Personen als viel mehr die Ausrichtung des Vereins für die Zukunft. Und so kam es, dass Wahlleiter Peter Sauer, der den Ablauf des Abends später als „Schande für den TuS Halver“ bezeichnete, nach der Vorstellung von Jürgensmeyer die Sitzung für eine längere Diskussion unterbrach.

In einer hitzigen Debatte ging es vor allem darum, wie der TuS mit dem Erlös von 250 000 Euro aus dem Verkauf der Jahnhalle umgeht. Während Jürgensmeyer das Geld nicht sofort investieren und stattdessen erst einmal abwarten wollte, wie sich die Abteilungen entwickeln, kam beim bisherigen Vorstand zunächst der Eindruck auf, das auf jeden Fall eine Halle gebaut oder gekauft werden soll. „Wir werden sicher nichts überstürzen. Erst wenn auch sicher ist, dass die Folgekosten tragbar sind, kann auch investiert werden“, stellte Georg Bischofs klar. Wie hoch die Folgekosten einer Halle sein können, zeigte sich beim Kassenbericht. So verursachte die Jahnhalle trotz des Verkaufs Kosten von knapp 39 000 Euro, die dazu führten, dass der TuS selbst mit Nutzung der verbliebenen Rücklagen das Jahr 2012 mit einem Minus von rund 25 000 Euro abschloss.

Dass überhaupt eine eigene Halle notwendig ist, wurde zwar aus der Versammlung in Frage gestellt. Der Vorstand machte aber klar, dass dauerhaft eigene Räume notwendig seien, um Kurse und Sportangebote abseits der Mannschafts- und Wettkampfsportarten anzubieten. In diesem Zusammenhang entbrannte auch eine Diskussion um die Ausrichtung und das Erscheinungsbild des TuS Halver - nachdem ein vorheriger Vortrag von Hermann Hörsgen vom Landessportbund NRW zum Thema „Tradition und Innovation im TuS Halver“ Kritik geerntet hatte und zu einer Randnotiz der Versammlung verkam. „Der TuS Halver muss wieder glänzen und die Leute ansprechen. Im Moment tut er das aber nicht. Stattdessen schläft der TuS derzeit“, beschrieb Unternehmer Werner Turck seinen Eindruck vom TuS. Wie der Verein sein Image wieder aufbessern und den massiven Mitgliederschwund, aktuell hat der TuS nur noch 502 Mitglieder, stoppen will, wurde im Detail noch nicht erklärt. Im Groben erklärte der Vorstand aber, sich auf Angebote für ältere Menschen, Präventionssport, Angebote für Kleinkinder und Fitnesskurse ohne feste Vertragsbindung konzentrieren zu wollen.

Nachdem diese Punkte geklärt waren, sollte gewählt werden. Allerdings verlief auch dies nicht problemlos, da lange Uneinigkeit über eine geheime oder offene Wahl und um den Einsatz von Vollmachten herrschte. Am Ende setzte sich Georg Bischofs mit 51 zu 26 Stimmen gegen Michael Jürgensmeyer durch. Ohne Probleme verliefen anschließend die übrigen Wahlen, bei denen Anke Altenkirch (Geschäftsführerin), Manfred Fahsig (Kassierer) und Sieglinde Baumgart (Frauenwartin) in ihren Ämtern bestätigt wurden. Neu gewählt wurde Martin Steinbach als zweiter Kassierer des Vereins.

Quelle: Baankreis/AA